Projektportraits

Auf dieser Seite haben Sie die Möglichkeit einige Preisträger und ihre Projekte näher kennenzulernen.

Audiovisuelles Erbe – Marienberger „Macher“ digitalisieren Zeitgeschichte

In fast jeder Stadt und Gemeinde gibt es Menschen, die ihre Heimat mit der Kamera festhalten. Sie filmen Veranstaltungen und dokumentieren Ereignisse ihres Umfeldes in Bild und Ton. Diese „Macher“ schaffen damit auch ein audiovisuelles Erbe, sie halten Zeitgeschichte fest.

Einige von ihnen, haben im MedienWerkRaum des Senders Regionalfernsehen Mittelerzgebirge MEF GmbH in Marienberg, junge und ältere Filmemacher zusammengebracht und bei einem regen Austausch festgestellt, dass dieses Schaffen gefördert und das damit entstandene audiovisuelle Erbe erhalten werden muss. Besonders das Zusammenwirken von erfahrenen Filmemachern und jungen technikbegeisterten Menschen, soll helfen diese Zeitzeugnisse zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So ist der Impuls gegeben worden, den bewegtBilder e.V. ins Leben zu rufen.

Dieser hat sich das Ziel gesetzt, die zahlreichen dokumentarischen Tätigkeiten der Fotografen und Filmemacher zu bündeln und so ein Medienkompetenz-Netzwerk für die Region aufzubauen. Der Verein will aktive Medienarbeit fördern und Projekte, wie auch Workshops, realisieren. Neben der Digitalisierung und fachgerechten Archivierung von in der Vergangenheit produzierten Filmen, steht das vorausschauende, nachhaltige Veröffentlichen im Lokalfernsehen, Onlinemedien u.v.m. im Fokus.

In den kommenden Monaten werden wir versuchen durch unsere Arbeit weitere Mitglieder für den Verein und das Projekt zu gewinnen, um so viel Videomaterial wie möglich, das zum audiovisuellen Erbe dazugezählt werden kann, für die Nachwelt zu erhalten.

Durch das Preisgeld des simul⁺Mitmachfonds konnten wir bereits generationsübergreifende Werkstätten und Erfahrungsaustausche realisieren sowie im Rahmen gemeinsamer Projekte mit Schulen der Region, erste Ergebnisse präsentieren.

Wir können allen Vereinen und Institutionen die nachhaltige und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtige Projekte durchführen, nur ermutigen, sich beim Ideenwettbewerb zu beteiligen. Oftmals scheitern gute Ideen, die aber allen Nützen, an den finanziellen Mitteln.

Der simul⁺Mitmachfonds des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung bietet Menschen mit Visionen und kreativen Projektideen unterschiedlichster Art, mit hoher Flexibilität aber ohne viel Bürokratie, die Möglichkeit sie auch in die Tat umzusetzen.

Torsten Lange
Vorsitzender bewegtBilder e.V.

Fotos: Frank Langer

  • Cutter Frank Langer erläutert, wie aus einzelnen Videosequenzen ganze Beiträge werden.

  • Moderator Tobias Körner erklärt die Studiotechnik und die Arbeit mit dem Teleprompter.

  • Im Archiv lagert das audiovisuelle Erbe des MEF. Die Mitglieder des bewegtBild e.V. digitalisieren die Schätze.

Permakultur im Garten der Ökokirche Deutzen e.V.

Die St. Konrad Kirche in Deutzen wird seit geraumer Zeit nicht mehr für Gottesdienste der katholischen Pfarrei genutzt. Den spürbaren Umbrüchen in Gesellschaft und Kirche sich nicht in den Weg stellend, sondern als Chance begreifend, gründete sich der Verein Ökokirche Deutzen e.V. Ziel des Vereins ist es, das Gebäude zu erhalten, Menschen einen Ort der Stille, Begegnung, Gemeinschaft und der Gastlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Der Ansatz des Vereins ist dabei unter anderem jener der Permakultur. Das habe nichts mit Permafrost zu tun, berichtet Vereinsvorsitzende Pfarrerin Ulrike Franke. Vielmehr handele es sich um alte, traditionelle Anbauprinzipien, bei denen unterschiedliche Pflanzenarten aufeinander abgestimmt werden, die den Pflegeaufwand minimieren und den Ertrag maximieren. So können Stangenbohnen an Maispflanzen emporwachsen, Kürbispflanzen bedecken den umliegenden Boden und schützen vor Austrocknung.

Die Idee des Permakultur-Gartens überzeugte auch die Jury des sachsenweiten Wettbewerbs simul⁺Mitmachfonds, welcher vom Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung 2021 ins Leben gerufen wurde. 5.000 Euro erhielt der Verein zur Freude seiner Mitglieder.

Bereits Ende 2022 konnten die ersten Pflanzen wie Bäume und Sträucher angeschafft und mit Unterstützung vieler Vereinsmitglieder und ehrenamtlicher Helfer in den Boden gebracht werden. Der Permakultur-Garten soll die Leute einladen und Menschen zusammenführen, so Ulrike Franke. Erlebbar machen, wie unterschiedliche Pflanzen miteinander gedeihen. Es braucht Geduld und einen langen Atem, bis Bäume erste Früchte tragen. Schließlich ist es auch eine Art Experiment, wie sich die Flora auf den nach einem Tagebaubetrieb aufgeschüttetem Gelände entwickelt.

„Meckerer gibt es genug.“ sagt Franke. Dinge einfach anpacken und umsetzen. Bei der Auszeichnungsveranstaltung in Chemnitz mit Staatsminister Thomas Schmidt, habe sie gesehen, wie viele großartige Projektideen und engagierte Menschen es noch in Sachsen gibt. Das mache Mut und soll auch andere Menschen ermutigen, ihre kreativen Ideen bei zukünftigen Wettbewerbsaufrufen einzureichen.

Fotos: Ökokirche Deutzen e.V.

  • 300 Löcher wurden gebuddelt, aufbereitet, bepflanzt und anschließend gemulcht.

  • Vereinsmitglieder, freiwillige Helfer und Mitglieder der jungen Gemeinde Borna pflanzen Bäume und Sträucher.

  • Der Boden war zum Glück noch nicht gefroren und die Sonne wärmte.

Wir in Werdau Süd e.V. überzeugt mit Kunst und Kultur

Die Freude stand den Mitgliedern des Vereins Wir in Werdau Süd e.V. am Montag, den 21. November 2022, ins Gesicht geschrieben, als sie die Bühne der Eventlocation Kraftverkehr Chemnitz betraten.

Kirsten Dietze, Jens-Uwe Dietze und Robert Lenk stellten an diesem Abend im Rahmen der Auszeichnungsveranstaltung des landesweiten Ideenwettbewerbs simulMitmachfonds 2022 vor dem Sächsischen Staatsminister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt und in Anwesenheit von Marion Finke, Mitglied des Kabinetts der Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Dubravka Šuica, ihre Projektidee vor.

Der Bürgerverein setzt sich für Kunst und Kultur, Ehrenamt und die Identifikation mit ihrer Heimatstadt Werdau im Landkreis Zwickau ein. Ganz im Sinne von simul entstand die Idee Menschen zusammen zu bringen und gemeinsam ein Plus für die Stadt und Region zu schaffen. Dies erreichten die Mitglieder des Vereins durch ihr ins Leben gerufenes Festival ART Werdau. Im Oktober fanden zahlreiche Veranstaltungen in einem ehemaligen Einrichtungshaus und dessen Umfeld im Zentrum Werdaus statt.

Die Verwirklichung der Idee war ein voller Erfolg für den Verein, die Mitwirkenden, Künstler und eine Bereicherung für die Bürger der Stadt und der Region. Nach den Pandemiejahren war die ART Werdau, welche durch das Preisgeld des Ideenwettbewerbes simulMitmachfonds mit 10.000 Euro umgesetzt werden konnte ein starker Impuls.

Zwei junge Künstlerinnen, die von der Idee und deren Umsetzung direkt partizipierten, sind die Malerin Viktoria Miller und die Sängerin Loni Lila. Durch die ART Werdau konnten sie sich und ihre Kunst einem größeren Publikum präsentieren. Diese Chance nutzten die jungen Frauen auch während der Auszeichnungsveranstaltung. Viktoria Miller stellte von der Bühne aus dem Staatsminister und den über 500 Gästen in der Eventlocation, eines ihrer im Rahmen der ART Werdau entstandenen Werke vor und Loni Lila zog die Anwesenden mit ihrer klangvollen Stimme in ihren Bann.

Die jungen Frauen und die Mitglieder des Vereins Wir in Werdau Süd e.V. erhielten für die künstlerische Darbietung und die Umsetzung ihrer Idee viel Applaus.

Fotos: Doreen Schmitt / SLK

Vereine der Gemeinde Grünhainichen erhalten 15.000 Euro für Projekte

Beim 2. Aufruf des Ideenwettbewerbs simul⁺Mitmachfonds hat die Gemeinde Grünhainichen im Wettbewerbsmodul “Projekt” Preisgelder in Höhe von 15.000 Euro für Projekte des Pferde(er)leben - natürlich aktiv e.V., des Fördervereins Kita "Borstel" e.V. und des Wildensteiner Sportvereins (WSV) e.V. gewonnen.

Bürgermeister Robert Arnold und die Preisträger freuen sich riesig. Gemeinsam hatten sich die Preisträger im Sommer beim Ideenwettbewerb simul⁺Mitmachfonds beworben.

Mit gutem Beispiel für Grünhainichen war bereits im Jahr 2021 der Grünhainichener Heimatverein e.V.  vorangegangen. Am 24. September 2022 konnte am Schachwanderweg im Röthenbacher Wald ein in den neuen Bundesländern einzigartiges Waldlabyrinth gemeinsam mit ca. 1.000 Besucher und Gästen eröffnet werden, welches mit Wettbewerbsmitteln aus der ersten Wettbewerbsrunde 2021 (im Modul "Projekt") mitfinanziert wurde.

Wie die Projektkoordinatorin Stefanie Zickmantel mitteilte, wurde die Idee zu einem Waldlabyrinth aus einem Dänemarkurlaub mitgebracht. Der Staatsbetrieb Sachsenforst stellte für die Umsetzung einen Waldabschnitt zur Verfügung. Ab März 2022 trafen sich mindestens alle drei Wochen bis zu 15 Helfer im Alter von 10 bis 70 Jahren zu Arbeitseinsätzen. Insgesamt wurden über 1.000 Arbeitsstunden durch die Mitglieder und Freunde des Grünhainichener Heimatvereins e.V.  in Zusammenarbeit mit der Kommune erbracht.

Das Gewinner-Projekt verbindet das digitale Informationszeitalter mit QR-Code, App, Audio, Video und Geocaches. Dieser Wandel wird u. a. durch ein in die Natur eingebettetes Waldlabyrinth und entsprechende Informationstafeln sowie ein Bambiniwanderweg errichtet. So sind vielfältige Nutzungsmöglichkeiten gegeben, die von der neuen „Grundschule im Grünen“ bis zu Festen, Märkten und alltäglicher touristischer Nutzung reichen. Der Auftakt hierzu wird der „Lebendige Adventskalender“ sein – am 18. Dezember 2022 heißt es: „Advent im Waldlabyrinth“.

Die diesjährigen 545 Preisträger des landesweiten Ideenwettbewerbs simul⁺Mitmachfonds, zu denen auch die drei Vereine aus Grünhainichen gehören, hatte der Sächsische Staatsminister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt gemeinsam mit dem Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. am 26. September 2022 im Rahmen einer Pressekonferenz über die Jury-Entscheidung informiert. Die Preise wird Staatsminister Schmidt am 21. November 2022 bei einer festlichen Veranstaltung in Chemnitz an die Preisträger überreichen. Die Preisgelder im Modul “Projekt” müssen innerhalb von zwölf Monaten zur Umsetzung der jeweiligen Projektidee eingesetzt werden.

Fotos: Stefanie Zickmantel

  • Transport des Eingangsportales des Waldlabyrinths.

  • Plazierung des Räuberhäuschens.

  • Kinder haben Spaß beim Mitmachen.

  • Offizielle Eröffnung des Waldlabyrinths.

  • Kinder blicken in eine frohe Zukunft mit ihrem Waldlabyrinth.

Zedtlitzer wollen mit ihrem Projekt „Kinder für Landwirtschaft begeistern!“

Als der sächsische Staatsminister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt, gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum e. V., Peter Neunert, am 26. September 2022 die Gewinner des Ideenwettbewerbes simul⁺Mitmachfonds bekanntgab, war auch die Freude in der Zedtlitzer Dorfstraße riesig.

Fabien Frommhold, Techniker im Landbau und Landwirt aus Leidenschaft, bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Frau Hanni im Nebenerwerb einen kleinen Hof. Rinder und Schweine, Gänse, Enten und Hühner sind hier zuhause. In den Wyhraauen wird Ackerbau betrieben.

"Wir legen Wert auf ökologische Kreislaufwirtschaft." sagt Fabien Frommhold beim Blick über seinen Hof. Das bedeutet, dass der Dung der Tiere auf die Felder und Wiesen ausgebracht wird, der den Boden fruchtbar macht und den Pflanzen als Nahrungsquelle dient. So befinden sich die im Dünger, Boden und Futter enthaltenen Nährstoffe auf dem Bauernhof in einem Kreislauf. Landwirtschaftliche Zusammenhänge, die aus dem Bewusstsein der Bevölkerung nach und nach verschwunden sind.

Wie Landwirtschaft funktioniert, kann man in all seinen Facetten bei Frommholds erleben. Ställe, Futtersilo und Saatgutlager finden Platz in der alten Scheune, die Weiden und Felder sind nur ein Steinwurf entfernt. Im besten Sinne traditionelle Landwirtschaft. Das wollen die beiden jungen Menschen mit ihrer Projektidee „Kinder für Landwirtschaft begeistern!“ auch den Kleinsten nahebringen. Hanni Frommhold: "In Gesprächen mit Eltern und Pädagogen stellen wir vermehrt fest, dass der Wunsch nach gesunden und regionalen Lebensmitteln groß ist, aber das Wissen über die fachliche Praxis und den Wert der Arbeit verloren gegangen ist.“

Hier hilft das Preisgeld des Ideenwettbewerbs simul⁺Mitmachfonds weiter: Durch das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, soll der Hof kinderfreundlich umgebaut und zu einem außerschulischen Lernort werden. Für Hanni Frommhold, selbst angehende Grundschullehrerin, ein Herzensanliegen: "Wir wollen und können mit unserem Betrieb ganzheitliche Zusammenhänge in der Landwirtschaft darstellen. Gleichzeitig fördern wir schon bei Kindergartenkindern die Identifikation und das Bewusstsein für unsere Heimat und die Natur, in der wir leben." Kindgerechte Futtertische für die Rinder, kleine Stühle, Schautafeln, auf Lehrpläne abgestimmte Arbeitsblätter: Mit Spaß am Mitmachen, Ausprobieren und Anfassen sollen die Kinder für Landwirtschaft sensibilisiert werden. Und spätestens, wenn dann noch ein alter Traktor angeworfen wird, fangen auch die letzten Kinderaugen an zu strahlen.

Fabien Frommhold freut sich auf die Möglichkeiten, die ihm das Preisgeld für die Umsetzung eröffnen: "Wer von einer Idee nicht überzeugt ist, kann auch andere nicht überzeugen." gibt er abschließend auf den Weg.

In der zweiten Runde des sächsischen Ideenwettbewerbes simul⁺Mitmachfonds gingen aus fast 1000 Einreichungen, insgesamt 545 erfolgreiche Preisträger hervor. Am 21. November 2022 wird Staatsminister Thomas Schmidt die Preisträger während einer Auszeichnungsveranstaltung in Chemnitz würdigen.

Hanni und Fabien Frommhold werden mit der Umsetzung ihres Projektes Kinder für Landwirtschaft begeistern.© SLK
Hanni und Fabien Frommhold werden mit der Umsetzung ihres Projektes Kinder für Landwirtschaft begeistern.    

Heimatverein Frankenheim-Lindennaundorf schreitet „Energisch in die Zukunft!“

Die Freude der 60 Mitglieder des Heimatvereins Frankenheim-Lindennaundorf e. V. war groß, als am 26. September 2022 der Staatsminister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt, gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum e. V., Peter Neunert, die Gewinner des 2. Aufrufes des Ideenwettbewerbes simul⁺Mitmachfonds bekanntgab. Der Verein aus Markranstädt erhielt für seine Projektidee „Energisch in die Zukunft!“ ein Preisgeld von 10.000 Euro im Modul ReWIR.

Der Heimatverein, der neben einem Vereinshaus und einem Spielplatz auch eine eigene Bockwindmühle betreibt, organisiert über das Jahr hinweg nicht nur Feste und Märkte. Die Einwohnerzahl in den Ortsteilen ist in den letzten Jahren von 300 um weitere 1.000 gestiegen. Viele neue Mitbürger gilt es in die Ortsgemeinschaft zu integrieren. Mit der Projektidee wollen die Mitglieder hinter Jens Schwertfeger und Jochen Janus bereits bei den Schülern der Oberschule und des Gymnasiums ansetzen. Mit der Direktorin der Oberschule Markranstädt haben sie eine energische und kreative Ideengeberin gefunden.

Durch den Erhalt eines alten Trafohauses soll ein moderner außerschulischer Lernort geschaffen werden, der sich dem Thema Energie in seinen unterschiedlichsten Formen widmet. Die Jury des Ideenwettbewerbes simul⁺Mitmachfonds überzeugte der Heimatverein mit einer Symbiose aus innovativen Lehr- und Lernideen sowie der Vermittlung lokaler Historie.

Um das Gebäude als ein Zeugnis alter Energiegeschichte und Raum zur Vermittlung von Wissen wiederzubeleben, wird der Verein eine Inselsolaranlage mit Außen-Visualisierungsdisplay einrichten und im Inneren mit moderner Technik wie Tablets und Beamer ausstatten. Den Schülern wird damit ein Ort zum Ausprobieren und praktischen Umsetzung des theoretischen Wissens zur Verfügung gestellt, freut sich die Schulleiterin Christiane Nestler.

Neben Lehrangeboten für Heranwachsende sieht das Gewinner-Projekt in dem Gebäude ein Bildungs- und Diskussionsforum für Bürger des Ortes vor. Die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten regen zwischen den Bewohnern einen offenen Austausch an, aus welchen weitere Ideen zur nachhaltigen Gestaltung der Region erwachsen und die Dorfgemeinschaft stärken sollen.

Jochen Janus, beruflich in der kulturellen Bildung zu Hause, ist voller Vorfreude auf die Umsetzung der Idee. Er ist dankbar für den Wettbewerb simul⁺Mitmachfonds des Sächsischen Staatsministeriums für Regionalentwicklung. Ohne das Preisgeld wäre das spannende und generationsübergreifende Projekt kaum zu stemmen. Christiane Nestler ergänzt mit motivierenden Worten an alle, die sich zukünftig ebenfalls am Wettbewerb beteiligen möchten: "Sachen, an die man glaubt - dranbleiben und ans Ziel führen!".

Insgesamt 545 erfolgreiche Preisträger hat die 2. Runde des Ideenwettbewerbes simul⁺Mitmachfonds hervorgebracht. Staatsminister Thomas Schmidt wird am 21. November 2022 die Preisträger während einer festlichen Veranstaltung in Chemnitz auszeichnen.

Jochen Janus (1.v.l.), Jens Schwertfeger (2.v.l.), Christiane Nestler sowie weitere Mitglieder des Heimatvereins Frankenheim-Lindennaundorf e.V. freuen sich auf die Umsetzung ihres Projektes.© SLK
Jochen Janus (1.v.l.), Jens Schwertfeger (2.v.l.), Christiane Nestler sowie weitere Mitglieder des Heimatvereins Frankenheim-Lindennaundorf e.V. freuen sich auf die Umsetzung ihres Projektes.    

Familienzentrum in ehemaliger Turnhalle

Die Stadt Ehrenfriedersdorf ist eine sehr familienfreundliche Stadt mit viel Engagement für Kinder und Jugendliche. Die Kinder- und Jugendlichen werden in Ehrenfriedersdorf in erster Linie durch zwei Vereine betreut. Zum einen kümmert sich der Schachtclub Eh-Dorf e. V. um die etwas größeren Jugendlichen, die kleinen und jüngeren Kinder werden durch den Kinder- und Jugendverein e. V. (kurz KJVE) vor allem in den Ferienzeiten betreut. Um sowohl den Jugendlichen als auch Kindern einen angemessenen Ort zum Verbringen ihrer Freizeit anzubieten, wurde die Überlegung angestellt, die ehemalige Turnhalle als Familienzentrum auszubauen. Die dort vorhandenen Flächen bieten genügend Raum zur freien und kreativen Gestaltung.

"Der simul⁺Mitmachfonds hat uns motiviert aus unseren Ideen ein Projekt zur Schaffung eines Familienzentrums zu entwickeln und als Wettbewerbsbeitrag einzureichen. Noch heute denke ich mit großer Freude und mit Dankbarkeit an die Prämierung unserer Projektidee durch den Sächsischen Staatsminister für Regionalentwicklung Thomas Schmidt. Nun geht es an die Umsetzung."
Silke Franzl, Bürgermeisterin

Am Projekt beteiligen sich in gemeinsamer Zusammenarbeit sowohl die Stadt Ehrenfriedersdorf als Eigentümer der Liegenschaft, der Schachtclub Eh-Dorf e. V., der Kinder- und Jugendverein e. V. sowie der Bergstädtische Sportverein als Betreiber des Sportareals. Mit diesem Gemeinschaftsprojekt „Schaffung eines Familienzentrums“ ist es zukünftig möglich die Angebote der Vereine durch Kooperationen besser zu verknüpfen, Synergieeffekte zu erzielen, vor allem nachhaltig die Qualität der Kinder- und Jugendarbeit in Ehrenfriedersdorf zu fördern.

Freuen sich über den Projektstart in Ehrenfriedersdorf. V. l. Rolf Vogel, Koordinator simul⁺Mitmachfonds, die Bürgermeisterin der Stadt Ehrenfriedersdorf Silke Franzl, MdL Ronny Wähner und Peter Neunert, Geschäftsführer des SLK.© SLK
Freuen sich über den Projektstart in Ehrenfriedersdorf. V. l. Rolf Vogel, Koordinator simul⁺Mitmachfonds, die Bürgermeisterin der Stadt Ehrenfriedersdorf Silke Franzl, MdL Ronny Wähner und Peter Neunert, Geschäftsführer des SLK.    

"Kleiner Christoph" - Nieskyer mit preiswerter Idee

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war Niesky das führende Zentrum des modernen Holzhausbaus. Hier war bis 1945 der Firmensitz der Christoph & Unmack A.G., Europas größte und innovativste Firma für industriell vorgefertigte Holzbauten. In den 1920er-Jahren gewann der Baustoff Holz zunehmend an Bedeutung. Die Angebotspalette umfasste den privaten und kommunalen Wohnungsbau sowie öffentliche Bauten, ingenieurtechnische Konstruktionen und Hallenbauten. Der Absatzmarkt war global ausgerichtet. Etwas ganz Besonderes, weltweit begehrt und gefragt war der ab den 1920er-Jahren „Kleine Christoph“. Eine Legende in Holz, eine Gartenlaube produziert in Fertigbauweise, Made in Niesky.

Dieser wollten wir, so unsere Idee, 100 Jahre später ein Denkmal setzen. Wir, dass sind die Stadt, wir als Museum und zahlreiche Nieskyer. Eines der letzten Exemplare des „Kleinen Christophs“, jedoch sanierungsbedürftig, konnte in Görlitz ausfindig gemacht werden. In der Vorstellung all derer die hinter der Idee stehen, wäre es wünschenswert neben dem Konrad-Wachsmann-Haus auf der Außenanlage einen „Kleinen Christoph“ zu errichten. So könnte ein Ensemble entstehen, das aus seiner Tradition heraus zu einem besonderen Begegnungsort für die Nieskyer und Gäste aus nah und fern werden kann. Die Stadt hat gemeinsam mit dem Museum sowie engagierten Nieskyern diese Idee erfolgreich beim simul⁺Mitmachfonds im Modul Kommune eingereicht.

Diese Projektidee ist ein gutes Beispiel, wie der Strukturwandel im Lausitzer Revier erfolgreich gestaltet werden kann. Hier werden aufbauend auf lokaler und wirtschaftlicher Tradition sowie Erfindergeist, neue Lösungen erdacht und fit für die Zukunft gemacht. Wichtig ist, dass hier wirtschaftliche Aspekte genauso berücksichtigt werden, wie kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen. In dem alle Akteure der Stadt diesen Platz beleben, wird der „Kleine Christoph“ ein Botschafter für die lebendige Entwicklung der Stadt Niesky und ihrer Menschen.

Mit dem Slogan „Preiswert – Dauerhaft – Wärmedämmend - Zweckmäßig – Modern“ warb die Firma für ihr vielfältiges Angebot der in Serie gefertigten Typenbauten.

Tauschten ihre Erfahrungen zum simul⁺Mitmachfonds und zum Projekt der Stadt Niesky aus. V. l. Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Niesky, Kathrin Uhlemann, Projektleiter des simul⁺Mitmachfonds Christoph Biele, MdL Stephan Meyer und der Geschäftsführer des SLK, Peter Neunert.© SLK
Tauschten ihre Erfahrungen zum simul⁺Mitmachfonds und zum Projekt der Stadt Niesky aus. V. l. Oberbürgermeisterin der Großen Kreisstadt Niesky, Kathrin Uhlemann, Projektleiter des simul⁺Mitmachfonds Christoph Biele, MdL Stephan Meyer und der Geschäftsführer des SLK, Peter Neunert.    

Der REGIO-Pop-Up-Store vom Heimatverein Leben in Deuben e. V.

Westlich von Wurzen, wo sich die Mulde in weiten Schleifen durch die Landschaft schlängelt, liegt das beschauliche Dorf Deuben, ein Ortsteil von Bennewitz. Gerade einmal 270 Einwohner leben hier. Ein Dorf wie so viele, könnte man meinen. Doch dem Fremden fällt auf, dass es vielleicht etwas geordneter, etwas „schöner“ zugeht als anderswo. Der Heimatverein Leben in Deuben e. V. mit immerhin 38 Mitgliedern kümmert sich engagiert um die Geschicke im Dorf, organisiert Flohmärkte, führt einen NaturPutzTag durch oder sorgt im Herbst dafür, dass aus den Früchten heimischer Apfelbäume Saft gewonnen wird.

Das neuste Projekt des Heimatvereins könnte nun aber dafür Sorge tragen, dass das Dorf Deuben noch attraktiver für die Region wird. Mit einem REGIO-Pop-Up-Store sollen regionale Erzeugnisse an den Mann oder die Frau gebracht werden. Die Idee dahinter ist so gut, dass sie nun vom Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung und Staatsminister Thomas Schmidt, mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro beim landesweiten Ideenwettbewerb simul⁺Mitmachfonds, prämiert wurde.

Das Ziel sei eine „bessere Verfügbarkeit regionaler Produkte“ schwärmt Frau Richter vom Vorstand des Heimatvereins. Richter, welche selbst schon Erfahrung im Vertrieb regionaler Produkte gesammelt hat, schwebt eine mobile Ladenausstattung für kleine Hofläden vor, die schnell auf- und wieder abgebaut werden kann. „Mit einer begrenzten Verkaufsdauer können Verkäufer bzw. Landwirte testen, ob sich ein Standort für einen stationären Verkauf lohnt. Das minimiert das wirtschaftliche Risiko für die Betreiber“ erklärt Richter. Gleichzeit sorge der REGIO-Pop-Up-Store dafür, dass noch besser regionale Produkte einen Käufer finden. Starten soll das Projekt in einer alten Scheune in Deuben. „Der Eigentümer hat vor, die Scheune selbst einmal auszubauen. Bis es so weit ist wollen wir in der Scheune unser Projekt starten und ab Herbst für einige Wochen einen Verkauf beginnen.“ Zugute kam den Machern um Frau Richter der Zufall: Auf einer Internetplattform für Gebrauchtwaren fand Richter in Stuttgart das Angebot einer kompletten Ladenausstattung. „Hier waren wir erfolgreich! Dank guter Beziehungen zu einem Spediteur war der Transport kein Problem.“

Einen Tipp gibt Frau Richter all jenen mit auf dem Weg, die sich auch in Zukunft am Ideenwettbewerb simul⁺Mitmachfonds beteiligen möchten: „Keine Angst vor komischen Ideen haben! All das, was man sich für seinen eigenen Lebensraum wünscht, soll man getrost in Projekte formen.“ Dabei lobt sie das niedrigschwellige Wettbewerbsverfahren, welches die Leute animiert, sich um ihr Umfeld zu kümmern. „Das hält die Leute aktiv!“

Neue Energielandschaft Grüne Pleiße – Eine Region im Wandel wächst zusammen

„Man muss miteinander wollen, miteinander können.“ zeigt sich Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt überzeugt. Miteinander, das sind rund um Böhlen Städte und Gemeinden, Vereine und Institutionen, deren gemeinsames Ziel ist, die durch Braunkohleabbau geprägte Region im Süden von Leipzig neu zu denken und zu vernetzen. Es ist eine Mammutaufgabe, den Anforderungen an eine nachhaltige Nutzung von Bergbaufolgeflächen in Einklang mit Mensch und Natur bei gleichzeitiger Etablierung innovativer Energiekonzepte zu bringen. Dafür wurde eine Kooperation unter der Federführung von Böhlen mit Rötha und Neukieritzsch sowie mit ortsansässigen Vereinen vom Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung beim Ideenwettbewerb simul⁺Mitmachfonds durch Staatsminister Thomas Schmidt ausgezeichnet. Für die Umsetzung der Projekte steht den Kooperationspartnern ein Preisgeld von 225.000 Euro zur Verfügung.

Welche Projekte das sind, darüber entscheiden die kommenden Zusammenkünfte der Kooperationspartner. Erste Vorhaben sind aber bereits konkret. So soll Böhlen zum gewässertouristischen Ziel aufgewertet werden. Perlen des Kulturparks sollen mit den Erlebnisräumen um die Pleiße herum verbunden werden. Fernradwege, das Freibad und ein zukünftiger Caravanpark sowie neu zu errichtende Stege in der Pleiße werden für eine touristische Nutzung zur Verfügung stehen. In Rötha steht der Schlosspark im Mittelpunkt der Betrachtung. Gäste sollen nicht nur flanieren können. Ein Informationspavillon soll Besucher über die Geschichte des Parks mittels QR-Codes Auskunft geben. Ein Zentrum nachhaltiger Umweltbildung mit grünem Klassenzimmer ist im Kulturpark Deutzen vorgesehen. Ein überregionaler Anlaufpunkt und Lernort für Umwelt und ökologisches Bauen hebt den Nachhaltigkeitsgedanken hervor. Im Rahmen von interkommunalen Workshops zu „Landschaftsentwicklung, Tourismus und Energie“ kann sich die gesamte Region neue Zukunftsperspektiven erarbeiten.

Als Katalysator für die Idee einer Vernetzung der Akteure von „Neue Energielandschaft Grüne Pleiße“ dient dabei die Ansiedlung des Energieparks Witznitz der MOVE ON Energy GmbH. Auf mehreren Hektar karger Tagebauböden soll eine Photovoltaikanlage entstehen, die für die Region zukunftsweisende Wettbewerbsvorteile in der Wasserstofftechnologie bringen soll. Doch im Gegensatz zum vormaligen Braunkohletagebau werden die Flächen nicht der Allgemeinheit entzogen. Im Gegenteil: Attraktive Rad- und Wanderwege führen durch die Anlage, agrarische Nischenproduktion soll erprobt und Biotope etabliert werden. Gerade der touristische Wegebau ist die Grundlage einer noch stärkeren Vernetzung der Region rund um Böhlen, Rötha und Neukieritzsch.

Dietmar Berndt als Projektinitiator und Ideengeber ist überzeugt: „Nur interkommunal können wir im Leipziger Neuseenland erfolgreich sein. Wir müssen viel mehr als Region denken und handeln. In den kommenden Wochen werden wir uns zusammensetzen und alle Projekte und Projektideen zusammentragen. Mit anschließenden Ausschreibungen starten wir in dann in die spannende Umsetzungsphase, welche unsere Partnerkommunen und Vereine noch stärker zusammenrücken lässt.“